Mittwoch, 31. Juli 2019

Quer durch Frankreich in die Bretagne

Anreise in die Bretagne:

Von Alagna im Piemont fahren wir in einer zeitlich langen Tagesetappe zuerst über Landstraßen, dann ein Stück Autobahn ins Aostatal und schließlich in vielen Kurven über den kleinen St. Bernhard nach Albertville. Oberhalb davon gibt es den alten Ortsteil Conflans. Dort finden sich Gratisparkplätze, allerdings eingeschränkt wegen des Feuerwerks zum Nationalfeiertag. Am hübschen kleinen Platz bekommen wir nur noch beim Griechen einen Tisch, aber das Essen ist gut. Danach können wir ein großes Feuerwerk genießen.



Lange Autobahnetappe nach Westen bis Chauvigny. Das ist ein sehr hübscher Ort mit 5 Burgen und einem sehr ansprechend gelegenen Campingplatz (billig!). Trotz Sonntag und Nationalfeiertag bekommen wir etwas zu essen – und am Abend noch einmal ein Feuerwerk, besonders schönes Ambiente! Die Kirche des Ortes ist ebenfalls sehr sehenswert. Da die Umgebung reizvoll ist, bleiben wir noch einen Tag.
Wir machen eine Rundfahrt, sehen uns die Kirche von St. Savin mit ihren großartigen Deckenfresken (Unesco-Erbe) an und spazieren durch Angles-sur-l´Anglin, einem besonders schönen Dorf. Dann bummeln wir noch einmal durch Chauvigny, kehren diesmal am Hauptplatz ein und probieren einmal Galettes (nicht sehr üppig...).


Kirche von Chauvigny










Angles-sur-Anglais
Mit der nächsten Etappe ist die Bretagne erreicht, wir beginnen im Naturschutzgebiet Brière, das eher unauffällig ist. Der Mini-Ort Ile de Fredun soll besonders hübsch sein; zumindest ist der Stellplatz angenehm (ruhig, gratis, bei Tag Toiletten). Da man hier sonst nicht viel tun kann, machen wir eine Bootsfahrt. Die ist ganz nett, wenn auch unspektakulär; zumindest bekommt man einen guten Eindruck der Landschaft. Mögliche Wildtiere sind aber zweifellos den Jägern zum Opfer gefallen. Bei einem Rundgang durch den Ort sehen wir noch ein paar strohgedeckte Häuser, der Ort hat aber wenig Atmosphäre.








Einen weiteren Eindruck der typischen Bauweise verschaffen wir uns im Museumsdorf Kerhinet; danach stoppen wir in Guérande, zwar eine eindrucksvolle Stadt, zumindest mit Mauer, im Inneren aber durch einen Markt hoffnungslos vollgestopft. Nicht einmal eine Chance auf einen Kaffee! So fahren wir hinaus in die Salzlagunen und jausnen erst einmal. Die Lagunen gefallen uns gut, es ist durchaus interessant, die Salzgewinnung aus der Nähe zu sehen. Als Stopp wählen wir dann Piriac-sur-Mer, das tatsächlich eine ganz nette Hafenstadt ist und wo wir auch zu einem Kaffee mit Blick aufs Meer kommen. Wir übernachten in La-Roche-Bernard, wo der C-PL. gut und günstig liegt und spazieren dort am Fluss- und Jachthafen entlang. Im einzigen und deshalb auch sehr gut besuchten Lokal bekommen wir sogar etwas zu essen!








Crepes

Abendessen


Freitag, 12. Juli 2019

4 Tage GTA: von Alagna nach Rimella

Nachdem wir uns informiert und unser Auto auf dem Campingplatz geparkt haben (was in Zukunft vielleicht hier nicht mehr geht, da die Betreiber wegen Behördenschikanen aufhören) und wir noch bis zum Ausgangspunkt gebracht worden sind, marschieren wir los. Am ersten Tag führt der Weg gleich 1100 Höhenmeter hinauf zum Colle Mud, der Anfang ist sehr steil, dann wird es mäßiger.



Nach drei Stunden, kurz vor dem Pass, gibt es sogar ein Refugio. Wir leisten uns teuren Kuchen.


Der Abstieg führt auf gutem Weg durch Alpenrosenfelder und vorbei an verlassenen Almen nach Rima.


Rima ist ein sehr ursprünglicher Walserort mit viele schönen Häusern.

Hauptplatz, dort ist auch das Restaurant.
Das Quartier ist einfach, aber wir haben das Zimmer für uns alleine. Das Essen ist uns zu üppig, es ist so, wie die Wirtin aussieht! Das macht dann den Aufstieg am nächsten Tag etwas schwerer..,
Zum Glück führt der Weg in sehr angenehmen Kehren bergan, tauglich für Maultiere. Wir begegnen auch einem Hirten, der mit seinem Maultier unterwegs ist. Es geht vorbei an bewirtschafteten Almen hinauf auf den Colle del Termo, sogar höher als am Tag davor, aber mit etwas weniger Höhenunterschied (ca. 900m). So angenehm der Aufstieg war - der Abstieg ist mühsamer: Steile Wege, teilweise feucht, sehr steinig. Das Schlussstück ist frisch gemäht, aber das Gras verdeckt dadurch den Weg und man muss vorsichtig gehen. So sind die 1000 Hm hinunter doch ziemlich lang.
Carcoforo besteht aus einem hübschen alten Teil, aber es gibt auch neuere Häuser. Das Hotel Alpenrose ist nicht gerade neu, aber ein Zimmer mit allem ist auch nett. Das Abendessen ist gut.



Am Colle del Termo sehen wir zum ersten Mal auch einige andere Wanderer.


Blick hinunter nach Carcoforo, gegenüber die nächste Etappe.




Am dritten Tag geht es über Almen mittelsteil und sehr abwechslungsreich hinauf zum Col d´ Egua. Landschaftlich wohl die schönste Etappe. Leider ist es eher stärker bewölkt, sodass wir wieder keinen Blick ins Hochgebirge haben. Die Etappe ist etwas kürzer, ca. 1000 Hm hinauf, aber nur 400 hinunter zur Alpe Baranca.

Blick auf Carcoforo




Auf dem Col d´Egua


Ruine der Villa Aprilia von Sergio Lancia

Alpe Sette Selle

Das neue Rifugio Alpe Selle - wir bekommen eine ganz tolle Jause hier!
Wir haben die übliche Unterkunft auf der Alpe Baranca vorgebucht. Nachdem wir bisher kaum Wanderer getroffen haben, laufen wir hier auf eine deutsche Wandergruppe und einige andere Wanderer auf, sodass die Hütte voll ist. Das Lager ist äußerst einfach, aber es gibt eine Dusche. Das Essen hingegen ist gut und äußerst reichlich.
Am Morgen (vierter Tag) herrscht dichter Nebel und wir sind froh, dass unsere Etappe mit einem Abstieg beginnt.
Danach geht es aber doch noch über einen nennenswerten Hügel (Alpe La Res), was durch die Feuchigkeit auch schweißtreibend ist und in einem großen Bogen (mit Gegenanstieg!) nach Rimella.

Alpe Baranca


Blick von Alpe Res auf weitere Walserdörfer


Weiler gegenüber von Rimella - unglaublich, wo sich Menschen ansiedeln ...


In Rimella genießen wir ein sehr gutes Mittagessen im weithin berühmten Restaurant Fontana (gut und günstig). Danach fahren wir mit dem Flexibus (nicht leicht zu buchen, unklare Fahrzeiten...) nach Varallo (um 2,50 pro Person praktisch als Taxifahrt!). Von dort geht es eine halbe Stunde später mit dem Linienbus zurück nach Alagna. Alles hat super geklappt!
Die Wanderung war wirklich wunderschön, gar nicht so extrem anstrengend und sehr interessant.

Piemont-Otra Tal

Vom Orta-See fahren wir ins Sesia-Tal nach Alagna. Der Campingplatz dort ist optimal für uns, die Betreiber (eine Holländerin und ein Schweizer) sind sehr hilfsbereit. Wir starten am späten Vormittag bei herrlichem Wetter zu einer einfachen Wanderung. Da Sonntag ist, sind wir nicht gerade alleine unterwegs, aber im Vergleich zum Auftrieb im Tal ist gar nicht viel los. Wir steigen ca. 600 m ins Otra-Tal auf, wo es noch mehrere ursprüngliche Walserdörfer gibt. Sehr schön ist gleich das erste, das auch über ein Refugio verfügt, wo wir auch etwas jausnen können.






In Alagna - der Touristenort hat sowohl alte als auch neuere Bauten zu bieten.




Italien-Como und Orta See

Unsere heurige Reise führt uns (über Geretsried - kein Umweg!) von Norden kommend zuerst nach Italien. Über St. Moritz und den Malojapass erreichen wir am späten Nachmittag des zweiten Reisetages den Como-See. Gleich in Colico finden wir bei einer Bar einen praktisch kostenlosen Seezugang (nur 2,- Parkplatzgebühr), das erfrischende Bad ist dringend notwendig!
Danach essen wir in einem Restaurant (Grottino), das zwar wenig idyllisch an der Straße liegt, dafür aber absolut günstige und authentische Küche bietet. Auch der Stellplatz oben bei einem Kloster (gratis) ist ein guter Tipp mit schöner Aussicht. Dass sich mitten in der Nacht ein Auto mit jungen Leuten direkt zu uns parkt, obwohl Platz genug ist, irritiert ein wenig, stört aber im Endeffekt auch nicht.
Blick von unserem Stellplatz.

Zwischenstopp am Ostufer, das sehr schön zum Entlangfahren ist.


Lohnend, wenn auch schwer zu finden und etwas mühsam in der Hitze: Romanische Kirche in Como.


Von Como fahren wir weiter zum Orta-See, was zwar nicht weit, aber doch etwas mühsam ist. Neugierig sind wir, ob und wie die neue Autobahn dort abgebucht wird, da gibt es nämlich keine Mautstellen mehr und wir haben ja kein italienisches Abbuchungssystem installiert ...
In Orta St. Giulio zahlen wir ein bisschen Deppensteuer. Wir bleiben nämlich zunächst am ausgewiesenen Womo-Parkplatz stehen, der 10,- € für 2 Std. kostet. Als wir dann über den Sacro Monte spazieren, entdecken wir dort den Gratis-Stellplatz! Der Ort ist doch idyllisch, wir sind müde, ein Gewitter geht auch nieder und so bleiben wir - natürlich am Gratisplatz, der immerhin recht ruhig liegt. Auch der Weg auf der Ostseite um den Hügel ist schöner als der andere.
Eine restaurierte Kapelle am Sacro Monte, die die Heiligsprechung des hl. Franziskus zeigt.




Blick vom Sacro Monte auf die Insel St. Giulio im Orta-See.