Donnerstag, 29. Juli 2010

Rumänien Tag 13

Endlich ist es am Vormittag schön geworden, sodaß wir die mittelalterliche Stadt Sighisoara in Ruhe besichtigen konnten. Die Mischung aus renovierten Gebäuden und noch relativ ursprünglichen (renovierungsbedürftigen) hat seinen Charme, denn hier ist noch nicht jedes Haus ein Andenkenladen oder ein Touristencafe. Es ist wohl eines der wenigen mittelalterlichen Zentren einer Stadt, das auch noch wirklich bewohnt wird.

Sighisoara vom Uhrturm aus gesehen
Am Nachmittag sind wir dann zu der mächtigen Kirchenburg von Bietan gefahren, die wirklich beeindruckend in einem grünen Seitental liegt. Nur mehr 80 Sachsen leben in der Gemeinde und versuchen das Erbe fortzuführen und zu erhalten. Was allerdings auch durch einige Unterstützung aus dem Ausland möglich ist.

Die Kirchenburg von Bietan
Das Dorf von Bietan

Den späten Nachmittag und Abend haben wir dann wieder in Sighisoara verbracht, mit gut Essen und trinken und natürlich fleißig arbeiten - es sind auf jeden Fall einige gute Fotos entstanden. Obwohl wir dem ausgezeichneten Weiß wie Rotwein gut zugesprochen haben. Was aber nicht so ein Wunder ist, selbst im besten Restaurant am Platz kostet die Flasche Wein so um die 7 €.

gemütlicher Plausch unter Nachbarn
Die Altstadt ist toll beleuchtet und hat einige gute Restaurants

Mittwoch, 28. Juli 2010

Rumänien Tag 12

Wir warten weiter auf das versprochene Schönwetter. Immerhin regnet es nicht mehr dauernd, sondern nur noch gelegentlich, was Besichtigungen ermöglicht. So haben wir uns das Schloß Peles angesehen, das ein bisschen großspurig als "Rumäniens Neuschwanstein" bezeichnet wird. Mit all den Nebengebäuden und dem Park aber eine wirklich sehenswerte Anlage.

Schloß Peles
Für eine Tour mit der Seilbahn in die Berge war das Wetter aber noch immer zu schlecht, Donnergrollen und ein Regenguß überzeugten uns schnell davon, das es besser ist Richtung Norden, in etwas flacheres Gebiet zu fahren. Denn die Berge beim Schloß Peles sind bis zu 2500 m hoch.

So besuchten wir dann zwei weitere Kirchenburgen, vor allem die von Prejmer ist nicht umsonst auch auf der Unesco Liste, wie viele andere Sehenswürdigkeiten in Rumänien. Nicht nur die mächtige Ringmauer mit begehbaren Wehrgang, sondern die über 200 Vorratskammern und auch die Kirche mit dem gotischen Flügelaltar sind sehenswert.

gotischer Flügelaltar in der Kirche von Prejmer

Schule in der Wehrmauer, Wehrkirche von Prejmer
Wehrkirche von Harman (Honigberg) mit mächtiger Befestigungsmauer
Weiter ging es über eine gut ausgebaute Straße nach Sighisoara. Trotzdem brauchen wir für die 114 km gut 2 Stunden, da die Straße oft durch Dörfer führt und dort gilt Tempo 50, was von der Polizei auch immer wieder kontrolliert wird.
In Sighisoara angekommen finden wir tatsächlich den im Zentrum gelegenen Campingplatz. Durch eine Toreinfahrt bei einem Haus hindurch, dahinter ist auf einmal eine schöne Wiese, die auch noch durch den Schutz der Häuserzeile ruhig gelegen ist. 5 min Fußmarsch zum nächsten Restaurant, was jetzt die beste Abendbeschäftigung ist, denn zur Abwechslung regnet es.
wenigstens in der Nacht hört der Regen auf und man kann die schön beleuchtete Altstadt betrachten

Dienstag, 27. Juli 2010

Rumänien Tag 10+11

Die Burg Bran ist wohl die bekannteste in Rumänien, sie wird heftig als Dracula Burg vermarktet, obwohl selbst Vlad Tepes (der "Pfähler") sich hier nicht aufgehalten hat, aber irgendeine Burg musste es wohl sein und da paßt Bran halt sehr gut. Bei unserem Besuch am Sonntag war scheinbar halb Rumänien zu Besuch + ein paar ausländische Touristen. Die Burg ist aber trotzdem sehenswert, mit schöner Einrichtung und  verwinkelten Gängen, schönem Innenhof und vielen Türmen und Zinnen.

Burg Bran

Innenhof mit Brunnen, Burg Bran
Nun hat uns doch der Regen erwischt, allerdings nicht an so ungünstiger Stelle, denn in Kronstadt (Brashov) läßt sich doch einiges tun, vor allem gut essen. Und auch der Campingplatz außerhalb der Stadt ist gut - auch mit gutem Restaurant, was für die Abendunterhaltung paßt. Morgen sollte laut Wetterzentrale.de das Wetter langfristig besser werden. Dann geht es in Richtung Norden zu den Moldauklöstern. Mutig planen wir dann die Weiterfahrt in das Donaudelta, worüber sich Millionen von Gelsen freuen dürften.

Hauptplatz von Brasov im Regen

Und nocheinmal der Hauptplatz

Es ist schon sehr angenehm, das es sehr oft bei Hotels, aber auch Kaffeehäusern oder Campingplätzen free Wireless Lan gibt, wodurch die regelmäßigen Blogeintragungen erst möglich wurden. So läßt sich ein verregneter Tag bei Kaffee und Kuchen und Internet gut rumbringen.

Montag, 26. Juli 2010

Rumänien Tag 9

Am 9.Tag unserer Reise haben wir unser Quartier um einen Tag verlängert, da es heute Abend mit der Bärentour klappen sollte. So sind wir wieder in Richtung Königsteinmassiv gefahren, aber diesmal mit dem Auto hinauf zu dem Streudorf Magura, das ungewoehnlich fuer Rumänien eben nicht als zentrales Dorf mit umliegenden Feldern angelegt ist, sondern sich über eine grosse Fläche verteilt. Die Strassen sind hier heroben aber auch sehr rauh, sodass wir ein wenig auch zu Fuss unterwegs waren.
Vorher konnten wir trotz Samstag bei einem freundlichen Automechaniker unser Bremsenproblem klären, zum Glück war es nur ein Fehler in der Warnanzeige, die Bremsbacken sind fast wie neu und sollten noch lange halten. Für die gut 30 min Arbeit haben wir 5 Euro bezahlt und nur mit Mühe noch ein Trinkgeld angebracht. Zum Abschied gab es noch ein freundliches "Bon Voyage".


Am Abend haben wir uns um 1/2 7 Uhr mit einem Förster getroffen und sind dann mit unserem Auto noch gut 4 km auf einem rauhen Forstweg tiefer in das Tal hineingefahren. Im Gegensatz zu österr. Förstern werden die rumän. Förster nicht mit einem Geländewagen geboren, sodass unser Auto geeigneter war. Vom Umkehrplatz waren es dann noch einige 100 m zu Fuss bis wir die auf Stelzen errichtete Hütte erreichten. Schon die Eingangstür zeigte massive Kratz und Nagespuren von Bären, ein kleiner Teil des Fussbodens war weggerissen, da hatte ein Bär versucht in die Hütte zu gelangen. Andre, der Förster hatte einen Sack voll Futter mitgebracht und verteilte dies nun an bestimmten Stellen über der Lichtung. Wobei er das Futter mit Steinen und Holz abdeckte, sodass die Bären ein wenig Arbeit haben um an ihr Futter zu gelangen. Nicht umsonst schaute sich Andre immer wieder um, wie er das Futter verteilte. Denn nach nur 15 min. kam der erste Bär aus dem Wald, ein junges Männchen.


junges Männchen auf der Lichtung

Junges Männchen bei einer der Futterstellen

Weibchen geht auf Futterstelle zu

junges Männchen auf Baum

Weibchen mit zwei Jungen, im Vordergrund zwei junge Männchen

die 4 Jungen des Weibchen vom 3.Bild

Der Rückweg war dann besonders spannend, da eines der Jungen zurückgeblieben war und von einem anderen Bären erschreckt, nicht der Mutter nach in den Wald gefolgt ist, sondern hinunter auf den Forstweg lief. Also war uns der Rückweg abgeschnitten, bis die Mutter auf das Rufen des Kleinen reagierte und mit allen ihren 4 Jungen im Wald verschwand. Nur das konnten wir eigentlich in der Finsternis nur anhand der Geräusche ahnen und hoffen. Dass auch Andre das als nicht so harmlos empfunden hat, mag man daran sehen, dass er erst als wir beim Auto angelangt waren seine Pistole sicherte.
Bei den Prombergers im Quartier wartete dann noch ein gutes verspätetes Abendessen auf uns, das für uns aufgehoben worden war. Ein toller Tag !

Sonntag, 25. Juli 2010

Rumänien Tag 8

Wir sind nun bei Equus Silvania - einem Reiterhof geführt von den österr. Wildbiologen Barbara und Christoph Promberger. Auf den Tip hin von Barbara sind wir um 5 Uhr aufgestanden und auf den nahen Hügel gestiegen um das Wildlife zu beobachten. Leider keine Bären gesichtet, Wölfe sieht man sowieso nicht, obwohl es auch davon hier genug gibt. Die einzigen Tiere waren leider die Moskitos. Gabi hatte aber Gelegenheit ihre Hundephobie abzubauen. Mit zwei so lieben Begleitern, wie die Hunde der Familie Promberger, geht das auch sehr gut.


Endlich mal eine Bergtour, die als angenehme Tagestour paßt. Das Königssteinmassiv ist mit seinen bewaldeten und felsigen Kalkwänden sehr ähnlich unseren Berggebieten. Nur die Hütten sind halt noch deutlich rustikaler. Aber Bier, Suppe und Grillwürstel sind genug um den hungrigen Wanderer zu stärken.


erst geht es durch eine Schlucht

nach schweißtreibenden Aufstieg sieht man die Hütte am Fuße der Wände vor sich

rustikaler Hüttenbau mit toller Aussicht

Nachmittag im Quartier die Salzkruste abwaschen, Wein trinken, relaxen und Blog schreiben.

Samstag, 24. Juli 2010

Rumänien Tag 7

An diesem Tag war es ein wenig mühsamer, als gedacht. Wir haben uns unweit von unserem Campingplatz einmal die Kirchenburg von Heltau angesehen um dann auf einer Nebenstraße eine Schleife zu weiteren Kirchenburgen zu machen. Nach einigen km Schotterpiste endete der Versuch an einem quergestellten Bagger mitten auf der Straße. Darauf alles zurück und Umweg von 40 km über Sibiu. Die nächste Kirchenburg war verschlossen, der zuständige Führer unterwegs. Die anderen konnten wir wenigstens von außen recht gut einsehen. 


Kirchenburg von Dealu Frumos

Kirchenburg von Cincsor

Die Kirchenburgen sind so im 12. oder 13.Jh von den Sachsen gegründet worden. Nach dem Ende des Kommunismus sind ganze Dörfer nach Deutschland ausgewandert (wo sie sofort die Staatsbürgerschaft bekamen). Dementsprechend schwierig ist der Erhalt, da kaum mehr Menschen der evangelischen Gemeinde in den Dörfern verblieben sind.

Freitag, 23. Juli 2010

Rumänien Tag 6

Am 6.Tag tuckerten wir gemütlich vom Berg herunter nach Sibiu, trotz aufflackernder Bremswarnleuchte - die anzeigt, dass wohl ein oder mehrere Bremsbacken sich dem Ende zuneigen - was heißt, dass ich mir in nächster Zeit eine Werkstatt suchen sollte

In Sibiu ist die Altstadt toll renoviert, es gibt gute Restaurants und nette Cafes (Cafe Alt Wien mit Sachertorte und gutem Cafe)


Der Hauptplatz mit der katholischen Kirche

Ein schattiger Weinkeller in der Altstadt

fahrende Gesellen gibt es noch in Rumänien, vor allem in Sibiu

Wieder eine Kirche, diesmal die älteste Holzkirche im Freilichtmuseum von Sibiu

Ein netter Campinplatz in einem kleinen Dorf unweit von Sibiu - und im Dorf ein nettes Restaurant - ein guter Tag geht schön zu Ende

Donnerstag, 22. Juli 2010

Rumänien Tag 5

Nach dem Kloster Hurez (Unesco Weltkulturerbe) mit seinen tollen Fresken, haben wir uns noch zwei besondere alte Häuser angesehen, die von adeligen Familien im 16.Jh. nicht ganz zufällig wie Trutzburgen gebaut worden waren.

Freilichtmuseum bei Hurez

Überraschend in Curtea de Arges war nicht nur, das es viele Restaurants gab (manche Orte sind gastronomisch gesehen "Wüste"), sondern das ich gegen geringe Gebühr in der Fürstenkirche fotografieren durfte. Die nächsten drei Bilder zeigen hoffentlich, das diese Kirche absolut sehenswert ist.







Nach so viel Kultur ging es wieder hinauf in die Berge, diesmal über das Fagaras Gebirge.

Bergstraße über das Fagaras Gebirge 

Leider war auf dieser Strecke erstmalig das Klischee vom "dreckigen Rumänien", vor allem entlang des Stausees im Tal, traurige Realität. Was an den vielen Tagesausflüglern lag, die ihren Müll  einfach liegen ließen. Schade, denn eigentlich ist uns Rumänien bis jetzt in Sachen Sauberkeit sehr positiv aufgefallen. Auch die Berghütte am Paß hat uns nicht gefallen, waren eher drei Hütten plus eine Seilbahnstation und 20 Verkaufsbuden. Zu viel Trubel für unseren Geschmack. Einige km weiter guten Stellplatz neben dem Wildbach gefunden. Herrlich kühl in der Nacht, so um die 12 Grad ( auf 1400 m).

Mittwoch, 21. Juli 2010

Rumänien Tag 4

Am 4. Tag geht es in die Berge. Der Straßenzustand der "Transalpina"  ist nicht wirklich vorher abzuklären, angeblich ist die Straße seit 10 Tagen offen. Der erste Teil ist sehr gut und wunderschön. Vom Paß hinunter ist über 15 km Baustelle, was in Rumänien ziemlich üble Bedingungen sind, aber unser Mercedes 307 D kämpft sich wacker durch.

entlang der Strecke auf guter Straße
zutraulicher Schmetterling bei einem Stopp, der litt auch schon an einem Salzmangel wegen der Hitze.
Lac Oasá - erinnert irgendwie an Kanada
Mittagsstop bei einer Berghütte an der Straße, Gabi hat von mir die Erlaubnis zur Weiterfahrt bekommen, das heißt für Sie Wasser als Erfrischungsgetränk, da 0,0 Promille in Rumänien Vorschrift sind.

Leider müssen wir einen Umweg fahren, da der 2.Teil der Bergstraße, der auf 2145 m führt, noch immer gesperrt ist. Am Weg besichtigen wir noch eine orthodoxe Kirche.

Eine ruppige, steile Straße führt uns zum Kloster Arnota hinauf in die Berge. Dort bleiben wir am Parkplatz über Nacht - angenehm kühl und ruhig.

Dienstag, 20. Juli 2010

Rumänien Tag 3

Diesmal für uns ungewohnt eine Rundfahrt, um den schönen Campingplatz nocheinmal nutzen zu können.
Die Rosa Berge (Rapa Rosie) bei Sebes sind zwar überall erwähnt, aber per Straße nicht zu erreichen. Auch einen Ausgangspunkt für eine Wanderung dorthin konnten wir nicht finden. Haben viel Zeit für das Suchen einer Zufahrt vertan, sodaß wir zu der historischen Wachablöse auf der Burg von Alab Julia gerade um 5 min zu spät gekommen sind. Trotzdem, der Komplex innerhalb der sternförmigen Bastion ist sehr sehenswert, da zum größten Teil schon frisch renoviert und perfekt aufbereitet. 

Fahrt übers Land nach Alba Julia

Die orthodoxe Kirche in Alba Julia
Teil der Wehrmauer und des renovierten Geländes
Ein Restaurant im "mediaval style" - angenehm kühl, wir haben trotzdem lieber auf der schattigen Außenterrasse Platz genommen

Alle "Wachposten" sind in historischen Kostümen unterwegs

Montag, 19. Juli 2010

Rumänien Tag 2

Die Auffahrt zu der auf 1200 m gelegenen Daker Festung Sarmizegetusa Regia war eigentlich nicht so wild, nur 18 km Schotterpiste mit ein bis zwei Stellen, wo auch ein Geländewagen Ok gewesen wäre. Aber unser braver Mercedes 307D hat das auch geschafft - bis ganz hinauf, zur Verwunderung von einigen Rumänen.

Rekonstruktion eines Heiligtums

Die Reste der kreisförmigen, mit vier Eingängen versehenen Wehrmauer

Danach haben wir einen super Campingplatz unten an der E68 nach Orastie gefunden, ruhig 2 km abseits der Straße in dem Dorf Aurel Vlaicu idyllisch zwischen Wiesen und Felder, mit Swimmingpool, Wireless Lan und kühlem Bier - wir sind gleich zwei Nächte geblieben.



Sonntag, 18. Juli 2010

Rumänien Tag 1

Nach 4 Uhr läutete der Wecker, bis wir unser trautes Heim Reisefertig gemacht hatten war es dann 5:30. Die Fahrt nach Temeswar in Rumänien war problermlos, praktisch alles Autobahn. Nur vor Budapest war der Verkehr etwas heftig. Die Plätze in Temeswar sind schon teilweise renoviert und können mit guten Lokalen aufwarten. Das beste Haus am Platz ist wohl das Lloyds. Innen hohe kühle Hallen, außen schattige Terrasse, was bei Temperaturen jenseits der 30 Grad auch nötig ist.

Restaurant Lloyds, Temeswar
Piata Unirii in Temeswar

Der Stadtcampingplatz von Temeswar ist zwar sehr nett in einem kleinen Wald gelegen und sauber, aber leider von der Hauptstraße und der Eisenbahn umzingelt. Ich kann zum Glück mit Ohrenstoppseln schlafen. Gabi hatte eher eine unruhige Nacht. Aber das kleine Restaurant am Platz hat uns ja mit gutem Essen (Krautroladen) und den passenden "Schlummertrunk" versorgt.