Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Chile Reise geht zu Ende

Sonntag, 9.12.: Bei ganz gutem und etwas weniger windigem Wetter geht es weiter Richtung Norden. Die Strecke führt zunächst ziemlich langweilig, aber auf meist guter Straße durch die Pampa. Ein einziger kleiner Ort nach gut 200km bietet eine Tankstelle (mit einem gewissen Auflauf an Fahrzeugen) und nach ein bisschen Suche auch ein kleines Lokal für ein Mittagessen (wieder einmal gutes Rindfleisch mit Salat). Am Nachmittag erreichen wir dann Esquel. Das ist zwar ein typischer Ferienort, es gibt zahlreiche Quartiere, aber er wirkt durchaus hochgeklappt. Kaffee bekommt man nur an der Tankstelle, dafür dort aber recht guten. Also beschließen wir, einfach ohne Detailinfos in den nahe gelegenen NP Los Alerces zu fahren. Dazu ist leider dann noch ein Umweg von mehr als 20km nötig, weil die direkte Straße gesperrt ist. Da das Wetter so schön ist und es Sonntag ist, herrscht ein für hiesige Verhältnisse dichtes Verkehrsaufkommen. Im Park kriegen wir dann aber zum Glück die nötigen Infos: Es gibt zum Glück eine Menge Campingplätze und auch einige lohnende kurze Wanderwege.
Zuerst spazieren wir zu einem Wasserfall (nichts Besonderes); dann geht es auf teils mäßiger Schotterstraße den See entlang, einige Ausblicke sind ganz nett. Kurz nach 7 Uhr abends starten wir noch zu einer Rundwanderung: Zuerst geht es vom Parkplatz (unnötig oben gelegen) bergab, dann über eine Hängebrücke; der Fluss darunter ist sehr schön und bei Anglern beliebt. Auf der gegenüberliegenden Seite wandern wir dann in einer relativ langen Runde durch den Wald. Es gibt hier viele verschiedene Baumarten, darunter auch einige wenige relativ unauffällige Alercen. Schön sind die zahlreichen Heckenrosen und ein Blick über den See zum nächsten Gletscher. Obwohl wir sehr zügig gehen, sind wir erst wieder um ¾ 9 Uhr beim Auto. Wir wählen den nächstgelegenen Campingplatz, den wir uns zuvor schon angesehen haben. Er liegt wunderschön am Flussufer. Wir schaffen es noch, alles herzurichten, zu kochen und zu essen (Chili) und uns zu duschen (gute Dusche). Dann fallen wir müde ins Zelt.

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Montag, 10.12.: Da es in der Früh grau ist, schlafen wir uns ordentlich aus. Danach geht es recht langsam weiter, weil das nächste Stück der Straße sehr schlecht ist. Beim nächsten Ort beginnt wieder der Asphalt, doch die weitere Strecke ist auch kurvenreich und hügelig. Das Wetter ist schön, aber wieder sehr windig.
Vor El Bolson finden wir ein kleines Lokal mit Aussicht in die Berge, wo wir wieder ein passendes Mittagessen (wie üblich: Fleisch und Salat) bekommen.

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Die Strecke zwischen Bolson und Bariloche ist landschaftlich schön, wenn auch nicht herausragend, Fotomotive bieten sich für uns keine.
San Carlos de Bariloche ist ein angeblich berühmter Tourismusort und eine der hässlichsten Städte, die wir auf unserer Reise durchquert haben. Es gibt absolut keinen Grund hier zu stoppen, noch dazu bei starkem Wind. Die Stadt liegt bereits wieder am Rand des Gebirges fast in der Steppe, die nähere Umgebung ist völlig unattraktiv. Wie manche Orte zu ihrem Ruf kommen, ist rätselhaft.
Wir fahren gut 80km weiter nach Villa La Angostura, angeblich ein kleiner Touristenort, der sich aber auch über mehrere Kilometer erstreckt. Hier finden wir auch bald ein Hostal, das ganz hübsch und billig ist, wenn auch zunächst überheizt. Dafür gibt es eine Badewanne, wo wir gut entspannen können.
Das Abendessen im Los Troncos ist wenigstens originell (Ravioli mit Forelle bzw. Forelle; einfache Nachspeise, dafür guter und billiger Hauswein; in Summe sehr ok). Die weitere Reiseplanung schaut wegen einer eher schlechten Wetterprognose schwierig aus, schließlich sind wir in einer Gegend, die sich vor allem zum Wandern anbietet. Wir werden sehen.

Dienstag, 11.12.: Wir schlafen gut, die Heizung wurde Gott sei Dank zurückgedreht. Überraschend gut ist das Frühstück, sogar mit Joghurt und Cornflakes. Da es recht stürmisch, kühl und grau ist, entscheiden wir uns dagegen, irgendwie den Myrthenwald zu besuchen (das geht nämlich nur mit einer Bootstour oder zu Fuß oder mit dem Rad – eine Strecke ist 12km, gesamt also 24 km; das Wetter lädt weder zum Bootfahren noch zum Radfahren ein). Also geht es in Richtung San Martin weiter. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, sie bietet uns auch einige Fotostopps: Interessant ist, dass man hier deutlich die Asche vom letzten Vulkanausbruch (Puyehue in Chile, Juni 2011) sieht, aber die Vegetation setzt sich bereits wieder deutlich durch. Sehr schön ist auch ein Fluss und die Bäume an seinem Ufer, hier ist das graue Wetter von Vorteil für die Fotos.
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Am frühen Nachmittag erreichen wir San Martin de los Andes. Der Ort wirkt durchaus einladend. Wir essen gleich in einem Restaurant am Ortseingang, die Karte ist einfallsreich, das Wildgericht mit Püree bzw. Huhn mit Kürbispüree sind sehr gut. Wegen der Wetterprognose (erst übermorgen schön) beschließen wir, einfach hier zu bleiben und abzuwarten. Aus dem Internet haben wir eine Quartierempfehlung (Posta del Cazador), die sich als ok herausstellt; das Haus hat zwar eine etwas stark rustikale Dekoration (Hirschgeweihe), aber Preis-Leistung sind sehr in Ordnung: Im Zimmer entdecken wir keinen einzigen Defekt!
Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit Ausruhen, Computerarbeit und abwechselnden Stadtbummeln – was den Vorteil hat, dass man keinen Kamerarucksack herumtragen muss. In Argentinien fällt immer wieder auf, das es noch viel mehr alte Autos auf den Straßen gibt, mit gültiger Zulassung.

20121211_DSC108020121211_DSC1090Das San Martin nicht nur vom Wandertourismus lebt, sondern auch ein wichtiger Wintersportort in dieser Region ist, sieht man auch an den vielen Sportgeschäften.
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Am Abend kehren wir in einem der ältesten Häuser des Ortes ein: San Martin wurde 1898 gegründet, nachdem das Land der Mapuche-Indianer recht brutal erobert worden war. Schon 1910 wurde hier ein Grand Hotel gegründet, das meist in deutschem Besitz war. Nach einer längeren Schließzeit wurde das im Original erhaltene Gebäude (sehr schöner Speisesaal!) 2005 wieder eröffnet. Nicht nur das Ambiente ist sehr reizvoll, auch das Essen (Wildschweingulasch mit Spätzle – fast wie daheim) ist sehr fein!

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Mittwoch, 12.12.: Ausruhtag in San Martin. Das Wetter ist nicht einladend, vor allem ist es sehr stürmisch – am Seeufer wird man fast umgeblasen! Ansonsten wechseln Sonne, Wolken und einige wenige leichte Regenschauer. Wir halten den Rasttag gut aus, mit viel schlafen, lesen usw. Als Jause essen wir von unseren noch vorhandenen Vorräten, sehr hungrig wird man ja nicht, wenn man nicht dauernd unterwegs ist. Auch war das Frühstück hier außergewöhnlich reichlich, es wird klar, warum das Quartier eine so gute Bewertung hat! Abends essen wir Pasta (frisch gemacht) in dem Lokal, wo wir schon gestern zu Mittag waren. Dann gehen wir nicht zu spät schlafen, den morgigen Tag wollen wir wieder aktiv nützen!
Donnerstag, 13.12.: Wir stehen brav auf und frühstücken um 8 Uhr. Bald danach sind wir unterwegs; wir müssen aber noch an der Tankstelle halten, um unseren linken Hinterreifen wieder einmal aufzupumpen; er verliert Luft, aber sehr langsam. Im nächsten Ort (Junin) tanken wir noch ein letztes Mal in Argentinien. Dann geht es bei herrlichem Sonnenschein und mäßigem Wind auf den weiß glänzenden Vulkan Lanin zu. Einige Fotostopps ergeben sich so gleich entlang der Straße, dabei sehen wir auch wieder einmal Kondore über uns kreisen. Die Straße ist bis zum NP Lanin asphaltiert, dann wird die Landschaft noch schöner mit vielen Araukarien.
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Die Grenzformalitäten dauern wieder ihre Zeit, vor allem die Chilenen sind wieder genau, wir müssen drei Bananen entsorgen und einen Teil unseres Gepäcks durch die Schleuse bugsieren, zum Glück müssen wir nicht das ganze Auto ausräumen. Irgendwie vermehrt sich das Zeug im Kofferraum, obwohl wir gar nicht so viel Souvenirs kaufen – freue mich fast schon aufs Ausmisten!
Jedenfalls finden wir dann auch die wohl richtige Piste zum Ausgangspunkt unserer Wanderung – laut Beschreibung auf 2km mit dem Jeep befahrbar; obwohl der Track (entgegen der Angabe) nicht beschildert ist, scheint das zu stimmen, nach 2km ist der Fahrweg zu Ende. Also wandern wir auf einem deutlich erkennbaren Pfad los. Es geht über Asche und Vulkangestein in Richtung Berg. Nach einer ¾ Std. verliert sich der Weg allerdings endgültig im Geröll – war wohl der falsche Ansatz, da auch die Beschreibung des Weges nicht wirklich gepasst hat. Wir genießen kurz die Aussicht, dann marschieren wir zurück. Bei genauerer Betrachtung finden wir dann noch eine weitere Abzweigung, die aber auch nicht beschildert ist. Nach einer bescheidenen Jause wandern wir hier weiter. Das ist landschaftlich sehr schön, wir haben herrliche Blicke auf den Vulkan und kommen durch wunderschönen Wald mit riesigen Araukarien mit dichten Flechten. Auch stoßen wir letztendlich auf Wegschilder. Wir haben keine Lust mehr, gut 5km bergauf zur Laguna Verde zu wandern und wählen die kürzere Option zu einem anderen See. Auch hier ist der Wald sehr schön; vom gelobten Sandstrand des Sees ist aber nichts zu sehen, er ist so voll Wasser, dass man nicht entlang gehen und die Aussicht auf den Vulkan bewundern kann. Offensichtlich hat es hier in letzter Zeit sehr viel geregnet.
Der Spaziergang war aber insgesamt sehr lohnend und auch erholsam, zufrieden kommen wir zum Auto zurück. Weiter geht es noch ein Stück auf eher schlechter Schotterstraße recht steil bergab, dann flott Tal auswärts. Kurz nach 5 Uhr haben wir unser Tagesziel erreicht, wir kommen wieder im Landhaus an, was sehr entspannend ist: Kaffee, Katze kraulen, Badewanne …! Auch das Abendessen ist wieder exquisit (Karotten-Apfelsuppe mit Shrimps, Schnitzel mit Oliven-Kartoffelpüree und Mangold, Pina-Colada-Dessert – klingt alles etwas exotisch, war aber sehr fein!
Und das besonders Erholsame ist – auch für morgen steht keine allzu große Etappe auf dem Programm!

Freitag, 14.12.: Natürlich schlafen wir aus und genießen das Frühstück, das Wetter ist eher grau. In Pucon machen wir noch einen Zwischenstopp und lassen die neuen Vorderreifen wuchten, weil das Auto zuletzt schon wieder sehr unruhig war. Danach ist es eindeutig besser beim Fahren. Die Strecke – alles gute Straßen bzw. Autobahn – ist schnell zurückgelegt und wir sind gegen ½ 3 Uhr in der „Andenrose“ bei Curacautin. Dass wir hier sozusagen in Bayern sind, merkt man gleich, wenn Franz den Mund aufmacht – wir werden sehr herzlich begrüßt.
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Er gibt uns auch gleich Tipps, was man mit dem angebrochenen Nachmittag noch machen könnte, während draußen dunkle Wolken aufziehen. Um die Wetterentwicklung abzuwarten, gönnen wir uns ein Gulasch und ein Bier – tatsächlich, es fängt zu schütten an. So verbringen wir den Nachmittag im Bett, während es draußen wirklich gießt. Der Abend vergeht dann angenehm mit einem guten Steak, Plaudern und Surfen am Computer. Außerdem gibt es entzückende junge Katzen. Wir haben jetzt schon so viel unternommen, dass es uns nicht mehr kränkt, wenn das Wetter keine weiteren Ausflüge zulässt. Auch sollte es morgen besser sein!
Samstag, 15.12.: Es ist zwar trocken, aber die Wolken hängen sehr tief. Von den Bergen der Umgebung, die wir zum Glück schon vor einem Monat gesehen haben, kann man nichts erkennen. So entscheiden wir uns schließlich gegen den ursprünglich geplanten Besuch des NP Tolhuaca, auf 130 km teils schlechte Schotterpiste sind wir nicht mehr so heiß, wenn das Wetter nicht passt. Wir beschließen, gleich weiter in den Norden zu fahren, um die nächsten zwei Tage nützen zu können, bevor sich der Regen bis Santiago ausbreitet. So steht ein Fahrtag auf dem Programm. Ohne viel Aufenthalt geht es auf der Autobahn nordwärts, der Verkehr ist mäßig, das Wetter auch. Am frühen Nachmittag erreichen wir Talca und gehen noch einmal einkaufen, da wir uns die nächsten zwei Tage selbst versorgen möchten. Anschließend geht es noch 60km ins Mauletal. Das erste Stück ist wegen eher dichten und langsamen Verkehrs etwas mühsam. Landschaftlich ist die Gegend eher grün und von Landwirtschaft geprägt, ein paar Berge schauen auch weiß hervor. Außerdem gibt es einige Wasserkraftwerke hier. Wie im Reiseführer beschrieben, biegen wir nach Amerillo ab, obwohl hier zunächst keine Hinweise auf den Naturpark zu sehen sind. Dieser, das private Naturschutzgebiet Tricahue, ist schließlich ausgeschildert, das Gelände wirkt aber etwas verwahrlost. Wir sind schon etwas enttäuscht, weil man nirgends eine Campingmöglichkeit sieht. Doch tatsächlich stoßen wir 200m weiter an der Straße auf das „Rifugio Tricahue“. Das erweist sich als echter Glücksgriff. In einem liebevoll gepflegten Garten steht die Herberge mit mehreren Zimmern (meist Bunkrooms), aber einer schönen Küche. Wir stellen das Zelt auf und können die ganze Infrastruktur nützen! Umlagert von Hunden und zwei netten flauschigen Katzen werfen wir unser letztes Steak auf den Grill. Hier kann man es aushalten, auch die Temperaturen sind sehr angenehm!
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Sonntag, 16.12.: Das Wetter ist endlich wieder strahlend schön! Dimitri, der belgische Besitzer des Rifugios, erklärt uns noch einmal den Weg und einige Aussichtspunkte. Dann fahren wir noch einmal 60km Tal aufwärts. Dabei müssen wir eine Passkontrolle machen lassen, obwohl wir gar nicht über die Grenze wollen. Dafür geht das relativ schnell. Hinter der Polizeistation ändert sich der Charakter der Landschaft, sie wird sehr felsig und karg. Das Gebirge ist stark vulkanisch geprägt, Formationen aus Tuff und Basalt erheben sich zwischen buntem Gestein – sieht fast wie in Island aus.
Der Ausgangspunkt unserer Wanderung zu den Wasserfällen „Arcoiris“ ist leicht zu finden. Man muss über eine Hängebrücke gehen und dann dem Fluss folgen. Leider folgen wir zunächst zu lange dem Flussufer, wo der Weg schließlich nicht mehr gangbar ist. Der Maulefluss ist ein gewaltiger Gebirgsfluss. Nach einem kurzen, steilen Anstieg finden wir dann auch den richtigen Weg, der ab hier meist gut zu erkennen ist. Markiert ist diese Wanderung nämlich nicht. Doch bald sieht man auf eine Basaltwand, über die ein schmaler, aber hoher Wasserfall herunterfällt. Ein schönes Stück weiter taucht dann die erste Steilstufe und der kleinere Wasserfall des Mauleflusses auf, ein Stück dahinter dann ein riesiger Wasserfall. Der ganze große Fluss fällt hier über die Basaltwand herunter – einer der gewaltigsten Wasserfälle, die wir je gesehen haben. Wenn einem nach Island Wasserfälle überhaupt noch beeindrucken können, dann gehören diese hier dazu!

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Nach ausreichend Pause und Fotografieren geht es auf (fast) demselben Weg zurück. Unangenehm an dieser Wanderung sind nur der starke Wind und der sehr sandige Untergrund – es gibt einige grausliche Sandböen. Dafür haben wir herrliches, sonniges Wetter. Als wir beim Auto ankommen, haben sich aber viele Schleierwolken gebildet. Deshalb beschließen wir, nicht weiter ins Tal hinaufzufahren (es gäbe dort noch einen See und ein paar kleinere Wasserfälle, aber halt wieder einiges mehr an Kilometern), sondern beim Rifugio zu relaxen. Vorher beobachten wir aber noch etwas Interessantes: Gauchos treiben eine große Pferdeherde mit Fohlen über die Hängebrücke, die ordentlich schwankt, sodass die Tiere richtig ins Schleudern kommen. Sie reagieren aber nicht panisch, sondern gehen von sich aus in Gruppen drüber und warten immer wieder ab. Die Pferde hier dürften deutlich intelligenter und vor allem nervenstärker sein als bei uns.

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Im Rifugio kommen wir dann bei Kaffee und Keksen (statt einer Mittagsjause) ins Plaudern mit einem deutschen Paar. Wir verbringen auch einige Zeit in der Hängematte. Als Abendessen gibt es noch einmal Thunfischspaghetti. Anschließend können wir die Sauna benutzen, die wir uns gemeinsam geleistet haben und im Swimmingpool (gut passend als Tauchbecken) herumplanschen. Alles sehr angenehm!! Im Rifugio ergibt sich dann noch eine nette Unterhaltung in verschiedenen Sprachen. Wir sind sehr froh, dass wir für zwei Nächte hier gelandet sind, es ist sehr idyllisch und außerdem billig!

Montag, 17.12.: Gut ausgeschlafen bauen wir unser Zelt ordentlich ab, damit es gleich richtig verpackt ist. Es ist zwar bewölkt, aber trocken und recht warm. Deshalb fahren wir das kurze Stück zum Parkeingang, um eine kleine Runde durch das Schutzgebiet zu machen. Heute ist der Eingang sogar besetzt und wir zahlen einen geringen Eintritt.
Der Weg geht ordentlich bergan, zuerst ist ein kleiner Naturlehrpfad, dann folgt ein Stück Schotterstraße, bevor der eigentliche Rundweg beginnt. Dieser ist sehr schön angelegt und äußerst sorgfältig markiert. Es geht immer wieder bergauf. Ein paar Aussichtspunkte auf Tal und Wald gibt es auch. Nach einer guten Stunde Gehzeit geht es hinunter zu einem schönen Bach. Hier steht ein 500 Jahre alter Baum, „El Tata“. Überhaupt ist der Wald an sich hier die Hauptsehenswürdigkeit. Entlang des Baches geht der Weg nun recht schmal durch Bambus und entlang von Felsen auf und ab. Schließlich steigt er noch einmal zum ersten Aussichtspunkt an, von dort geht man dann auf dem Anstiegsweg wieder hinunter. Lang ist die Runde nicht, wir sind trotz gemütlichem Gehtempos und einiger Fotostopps keine 3 Stunden unterwegs, aber durch die Höhenmeter und die ungewohnte Wärme sind wir schon müde geworden.

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Nun fahren wir das Tal hinaus nach Talca und finden auch zur Casa Chuecra (zum Glück hat uns Dimitri eine Anfahrtsskizze gegeben). Die Anlage ist wirklich sehr schön, ein mediterraner, riesiger Garten mit Swimmingpool. Unser Zimmer ist nur über Stufen erreichbar, es ist wenigstens schön groß, wenn auch ein bisschen dunkel. Also tragen wir nun unser gesamtes Gepäck hinauf, damit wir es morgen sortieren können.
Danach gibt es Bier und Sandwich als verspätetes Mittagessen. Beim Kaffee plaudern wir mit einer der freiwilligen Mitarbeiterinnen hier – das ist hier sehr üblich, dass junge Leute in den Quartieren gegen Kost und Logis jobben und dazwischen im Land herumreisen. Auch die Hängematten und das Swimmingpool wollen dann noch genossen werden – richtig Urlaub hier!
Das Abendessen ist vegetarisch, aber gut (nur der Kuchen zur Nachspeise ist eher misslungen), dafür ist die Unterhaltung am Tisch sehr nett, wir lernen wieder eine Menge Leute kennen und plaudern angeregt.
Auch mit dem Chef, Franz Schubert, einem geborenen Österreicher, wechseln wir ein paar Worte, er ist ein Tourimuspionier hier in Chile, vor allem was Wandern betrifft. Viele Tipps für Wanderungen habe ich von seiner Website gehabt.

Dienstag, 18.12.: Das Wetter hält sich an die Prognose: Zuerst grau, dann aber ganz schön ergiebiger Regen. Uns kann das heute aber wirklich egal sein! Der ganze Vormittag vergeht damit, unser Gepäck zu ordnen und neu zu packen. Es geht sich im Wesentlichen aus, eine ganze Tasche für Galapagos zu packen und eine mit den Dingen, die wir dort nicht brauchen (z.B. Daunenjacke und Campingsachen). Was aber erschreckend ist – beim Gewicht sind wir sehr hart an der Grenze, wir werden also wohl wieder in Bergschuhen ins Flugzeug steigen müssen.
Den Nachmittag verbringen wir gemütlich im Aufenthaltsraum, man kann plaudern und am Computer arbeiten. So vergeht die Zeit. Auch ein Whirlpool wird aufgeheizt und am Abend soll es einen Fotovortrag geben.
Mit einem kurzen Aufenthalt in Santiago sollte dann morgen unsere Chile-Argentinien-Rundreise enden.






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