Donnerstag, 9. August 2018

Great Britain 3

Montag, 23.7.: Die Wettervorhersage erweist sich heute als eher ungenau. In der Früh ist es eher freundlich, obwohl wir mit Regen gerechnet haben. Dadurch ist unser langsamer Start in den Tag nicht ganz so zweckmäßig. Schließlich fahren wir eine gute Stunde bis Keswick im Norden des Lake Districts und parken auf einem NT Parkplatz, von dem eine nette Wanderung weggehen würde. Genau da beginnt es zu regnen …
So entscheiden wir uns für einen Pausentag. Wir begeben uns auf einen schön gelegenen C.Pl., obwohl man hier von der Aussicht heute nichts hat, nehmen Strom und Wifi in Anspruch, es gibt selbst gekochtes Essen, Ruhe und Datensicherung. Morgen werden wir dafür dann gleich bis Oban weiterfahren.

Dienstag, 24.7.: Es ist gestern wettermäßig nicht besser geworden und auch heute früh regnet es noch ein wenig. Bald jedoch ist es trocken und wir kommen auf unserer Fahrt in den Norden wirklich flott voran, das Verkehrsaufkommen ist nicht mehr so groß, auch rund um Glasgow gibt es keine Staus. Unser erster Stopp in Schottland ist in Inveraray, das ein ganz netter Ort ist. Es wirbt vor allem mit Whisky-Shops, einer davon ist wirklich sehr freundlich und gut ausgestattet, sodass wir doch etwas einkaufen. Nach einem Tee fahren wir an der Küste ein Stück nach Süden zu den Crarae-Gardens. Leider kann ich nicht ausprobieren, ob unsere NT-Mitgliedschaft wirklich gilt, denn der Eintrittsbereich ist schon zu, der Garten hingegen offen (sehr freundlich!). Der Spaziergang hier ist sehr hübsch, es ist ein sogenannter Himalaya-Garten und es gibt viele verschiedene Baumarten sowie ein kleines Bächlein mit Wasserfällen. Wir finden durchaus einige Motive!






Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit biegen wir nach Crinan, einem winzigen Hafenort, ab. Und der erweist sich als Volltreffer! Da dort ein Kanal beginnt, der bei Jachtbesitzern und auch als Radweg beliebt ist, gibt es eine gute Infrastruktur (Parkplatz, z.T. offene Toiletten). Der Hafen mit Mini-Leuchtturm und einigen Häuschen ist entzückend, die Aussicht ist schön. Es gibt auch ein Restaurant – die Seafood-Bar, die ihrem Namen alle Ehre macht. Preislich vielleicht eine Spur über dem Durchschnitt, qualitativ aber auf jeden Fall! Das Highlight ist dann jedoch der Sonnenuntergang hier, da es auch genügend Motive und Aussichtspunkte gibt. Wir sind jedenfalls beschäftigt und begeistert!









Mittwoch, 25.7.: Bei schönem Wetter legen wir in Crinan einen langsamen Start hin. Danach fahren wir bis nach Oban (etwas mehr als eine Stunde, die Strecke ist recht hügelig). Dort erfolgt noch ein Einkauf und dann sind wir genau rechtzeitig im Hafen. Wir haben vor zwei Tagen vorgebucht und alles klappt bestens, pünktlich um 13.30 Uhr fahren wir los.
Die ersten eineinhalb Stunden sind sehr schön, wir sitzen an Deck in der Sonne und genießen den Blick auf die Insel Mull und die Küste. Danach wird es etwas grauer und gelegentlich schaukelt es auch ein bisschen (Dünung), aber im Großen und Ganzen ist es eine sehr ruhige Überfahrt, die wir überwiegend an Deck verbringen können. 




Als wir in Castlebay anlegen, ist es bewölkt, aber nicht unfreundlich. Da wir sehr hungrig sind, würden wir gerne im Café Kisimul essen, aber es ist ausgebucht. So machen wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz, den wir nicht weit entfernt an der Westküste mit Blick auf einen herrlichen Sandstrand auch finden. Es gibt selbst Gekochtes und wir genießen die Aussicht. Der Wind legt allerdings zu und pfeift in der Nacht ganz schön kräftig!

Donnerstag, 26.7.: Wir erkunden Barra ein wenig und fahren dann das Stück nach Vatersay. Das ist ein echter Tipp! Wir verbringen ziemlich lange Zeit am Strand mit Fotografieren und haben dann keine Lust mehr auf eine Wanderung, auch ist es recht stürmisch, sodass es am Sand nicht nur angenehm ist. Ein bisschen leid tut uns, dass wir gestern nicht hierher gefahren sind, denn das wäre ein guter Übernachtungsplatz gewesen. 






Das Wetter ist hier auch am Vormittag total schön! Danach fahren wir an der Ostseite der Insel entlang bis zum Barra Airport. Dieser ist tatsächlich eine Hauptsehenswürdigkeit: Er liegt an einem riesigen Sandstrand aus Muschelsand, der bei Ebbe die Piste ist. Wir haben auch Glück und es herrscht reger Flugverkehr. Nicht nur die zwei Linienflüge aus und nach Glasgow können wir beobachten, sondern auch das Training einer Twin Otter der französischen AirForce. Das Tolle ist, wie das Wasser spritzt, wenn die Flugzeuge noch durch Wasserlacken durchfahren. Wir fotografieren jedenfalls äußerst eifrig. Das Wetter ist immer noch okay, wenn auch mit gelegentlichen Regenschauern, aber diese Art von Wetterwechsel gefällt uns ganz gut. 




Gegen Abend beginnt es allerdings mehr zu regnen und die Campingplätze am Nordspitz der Insel gefallen uns nicht richtig, auch heute ist das Café Kisimul ausgebucht, also fahren wir mit der Fähre – im Regen und bei Wind, aber ohne Probleme – nach Eriskay. Die einzige lohnende Abzweigung dort führt zum Pub, aber auch zu einer Enttäuschung: Weil es dort am nächsten Tag eine Hochzeit gibt, gibt es kein Abendessen (außer für vorangemeldete Gäste) – mit dem Einkehren ist es hier also nicht gerade leicht! Wir fahren ein Stück weiter und nehmen den Campingplatz am Südende von South Uist, der wenigstens sehr gut ausgestattet ist (wirklich ordentliche Sanitärräume!). Es regnet am Abend und in der Nacht teilweise sehr kräftig!

Freitag, 27.7.: In der Früh ist es noch regnerisch, aber bald wird es trocken, bleibt aber zunächst noch recht grau. Der erste Abstecher in South Uist, nach Lochboisdale, ist enttäuschend, das ist ein absolut hässlicher Ort und warum man gerade hier vom Café aus Otter sehen sollte, bleibt unklar. Wir machen trotzdem einen Kaffeestopp, da es wieder leicht regnet. Der nächste Tipp aus dem Reiseführer ist besser, wir fahren eine längere Straße am Loch Eynort an der Nordseite entlang bis zum Ende der Straße. Dort gibt es einen nett angelegten Wanderweg, der durch einen kleinen Wald und entlang des Fjords führt. Wir gehen so etwa eine halbe Stunde dahin und setzen uns dann bei einer Bucht hin, um Robben zu beobachten, die aber eher inaktiv sind. Außerdem sehen wir Adler und die üblichen Seevögel. Landschaftlich ist es hier auch ansprechend, auch wenn die höheren Hügel in Wolken gehüllt sind. Doch immerhin blinzelt inzwischen die Sonne durch. 
Zurück an der Hauptstraße kaufen wir ein. Danach besichtigen wir die Ausgrabung von bronzezeitlichen Rundhütten, von denen man natürlich wenig sieht, und weiter an der Strecke Howmore, eine alte Kirchenruine. Sie liegt immerhin ganz hübsch und es gibt Steinkreuze zu sehen, daneben ist ein Blackhouse als JH hergerichtet. Von den Bauwerken bisher noch eines der hübschesten Ensembles.
Insgesamt ist South Uist bis auf die Küste an den Fjorden hässlich. Überall stehen Betonhäuser, Baumaschinen, Autowracks usw. herum, es gibt wenig unverstellte Sicht auf die bescheidene Landschaft. In dieser Hinsicht ist Barra eindeutig schöner! 
Ganz im Norden von South Uist fahren wir noch die Küste beidseitig ab, aber es ist nicht leicht, einen Stellplatz zu finden. Einerseits gibt es auch unschöne Küstenstriche, wo es nach Seetang stinkt, andererseits gibt es oft am Ende der Straße nur einen Umkehrplatz, sodass man nicht parken kann, auch wenn es landschaftlich hübsch wäre. Auch essensmäßig ist es nicht besser, das einzige Restaurant hier in der Gegend hat geschlossen.So parken wir dann immerhin an der Küste in der Nähe der Hebridean Jewellery, wo es eine Art Picknickplatz gibt. Das erweist sich eigentlich als recht praktikabler ÜN-Pl.


Samstag, 28. 7.: Wir schlafen gut, frühstücken ein bisschen, holen uns dann einen Kaffee im Schmuckgeschäft. Die haben recht schöne Sachen, aber nichts, was ich unbedingt haben möchte. Danach geht es über den Damm weiter nach Benbecula. Das ist eine eher uninteressante Insel. Die einzige Sehenswürdigkeit, ebenfalls eine Kirchenruine, verlockt uns nicht einmal zum Aussteigen!
Auf diese Weise fahren wir gleich weiter nach North Uist. Diese Insel ist zumindest landschaftlich reizvoller, da sie nicht so verbaut ist. Wir fahren zum Naturschutzgebiet Balranald. Etwas verwirrend ist, dass die dortige Info keinerlei Information über das Gebiet selbst (z.b. Übersichtsplan) bietet, aber wenn man der Nase nachgeht, passt es eh auch. Genaugenommen gibt es einen Rundweg und es ist egal, wo man beginnt. Wenn man faul ist, könnte man auch noch ein Stück weiter auf dem Feldweg mit dem Auto fahren, es gibt einen Parkplatz, wie wir dann beim Zurückgehen sehen. Wir gehen zunächst am Strand entlang, dann über eine Weide mit vielen Fliegen, aber zum Glück ohne Midges! Die Südküste der Halbinsel ist lohnender. Hier gibt es ebenfalls einen wunderbaren weißen Strand aber auch einige Felsen, die gute Motive bieten. Sie sind sogar halbwegs gut begehbar. So verbringen wir hier gut zwei Stunden bei gutem Wetter, was auch diesen Tag erfolgreich macht! 
Obwohl der Nordteil der Insel ganz hübsch ist und auch Berneray einen schönen Strand hätte, beschließen wir, noch heute die Fähre nach Harris zu nehmen, da das Wetter für morgen schlecht klingt, inklusive stürmischem Wind! Und die Überfahrt hier dauert doch eine Stunde, da muss es nicht unbedingt extrem schlecht sein. Leider beginnt es auch hier zu regnen, sodass wir uns nach einem Tee in Ardmaree gleich an den Hafen stellen, so sind wir vorne in der möglichen Warteschlange. Zeit für Computerarbeit!
Tatsächlich werden wir – als vorletztes Auto – mitgenommen, das war aber relativ knapp! Die Überfahrt ist angenehm, man hält es im Freien aus und sieht sogar ein bisschen etwas. 
In South Harris angekommen, nützen wir die seltene Möglichkeit essen zu gehen und bekommen im „The Ancorage“, dem Hafenrestaurant, den letzten Platz. Das Essen ist zwar eher teuer, aber gut, auch haben sie sehr feine Biersorten, sodass es ein angenehmer Abend ist. Dann fahren wir gleich an die Westküste in Richtung Luskentyre. Schon jetzt, obwohl es grau ist, kann man erkennen, dass es hier tolle Buchten gibt, die Landschaft ist sehr interessant. Weil uns die Stellplätze an der Straße nicht gefallen, nehmen wir den Campingplatz in Hornabost, der schon schön liegt. Wir schaffen es auch, ein halbwegs ebenes Plätzchen auf dem Hügel zu ergattern, der Weg zu den – bescheidenen – Sanitärkontainern ist eher weit. Die Wettervorhersage trifft dann voll ein, in den späten Abendstunden beginnt es zu stürmen und heftig zu regnen, sodass wir nicht einmal mehr zu den Sanitäreinrichtungen gehen können/wollen. So schön die Zeltplätze auf diesem Camping auch sein mögen – in dieser Nacht wird es in manchem Zelt sicher sehr ungemütlich!





Sonntag, 29.7.: Den ganzen Morgen und frühen Vormittag über bleibt es sehr schlecht. Wir lassen uns Zeit, erledigen ein paar Handgriffe, aber nicht viel ist hier möglich, es gibt z.B. keine Entleerungsmöglichkeiten (die nächsten sollten in Tarbert sein). Gegen Mittag brechen wir auf und fahren zunächst entlang der Küste bis zum Temple Café, das einzige, das auf dieser Insel am Sonntag geöffnet hat! So ist es ein Wunder, dass wir in dem kleinen Raum tatsächlich ein freies Plätzchen finden. Kaffee und Kuchen sind übrigens ausgezeichnet, auch das angeschriebene Lunchmenü klingt gut, aber so lange wollen wir dann doch nicht bleiben, auch sollte das Wetter allmählich besser werden.
So fahren wir ein Stück weiter, am Fährhafen vorbei, nach Rodel. Dort steht die vermutlich einzige wirklich sehenswerte Kirche der Äußeren Hebriden, St. Clemens. Glücklicherweise hat sie im 18. Jh. wieder ein Dach bekommen, sodass der mittelalterliche Innenraum gut erhalten ist. Sehr sehenswert sind hier die Grabstellen der McLeods, teilweise mit schönen Reliefs verziert. 
Danach machen wir uns die Mühe und fahren die Ostküste entlang. Das Straßerl ist echt spannend angelegt, es geht ständig auf und ab und in Kurven dahin. Die Landschaft ist sehr karg, Moorland und äußerst steinig. Allerdings sollte man diese Seite der Inseln schon bewusst anschauen, dann wird einem klar, was es bedeutet hat, von den fruchtbaren Wiesen in diese Steinwüste zwangsumgesiedelt worden zu sein. 




Als wir unsere Runde allmählich beenden und nach Luskentyre abbiegen, macht sich zaghaft die Sonne bemerkbar. So haben wir doch einen schönen Blick auf den riesigen Strand, der von einem Wasserlauf durchzogen ist. Die Wirkung ist jedoch nur bei Ebbe vorhanden! Wir fahren bis ans Ende der Straße, wo man ebenfalls zum Strand kommt, aber auch auf Dünen steigen kann. Dort wandern wir dann fast zwei Stunden lang umher, da es tolle Fotomotive gibt und doch allmählich einige Sonnenspots auftauchen. Der kräftige Wind macht das Wetter allerdings ziemlich frisch, auch wenn der Sturm von letzter Nacht schon abgeflaut ist. 
Erfreulicherweise gibt es hier entlang der Straße einige Stellen, wo man campen darf, gegen Spende von 5£ an den lokalen Trust. Christian schafft sogar die Überweisung per paypal, er hat gerade ein funktionierendes Netz, was hier eher selten ist.
Die Stelle ist sehr schön mit Blick über die ganze Bucht. Allerdings ist am Abend und in der Früh Flut, sodass wir vom jetzt sonnigen Wetter nicht so viel haben, was die Fotomotive betrifft – aber dafür können wir vor dem Auto sitzen!









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